Unsachgemäße Gefahrstofflagerung in Industriebetrieb verursacht Großeinsatz der Feuerwehren

Vilsbiburg
Vilsbiburg. Ein Großeinsatz der Hilfskräfte lief am Freitagvormittag gegen 10:15 Uhr in Vilsbiburg (Lkr. Landshut) an. In einem Industriebetrieb in der Schwalbenfeldstraße wurde der Austritt von rund 50.000 Liter Gefahrstoff gemeldet. Aufgefallen war dies einem aufmerksamen Passanten, der die Rettungskette in Gang setzte.

Daraufhin alarmierte die Integrierte Leitstelle in Landshut die Feuerwehren aus Vilsbiburg, Ahrain, Tiefenbach, Gaindorf, Aich, Bonbruck, Bodenkirchen, Geisenhausen, Gerzen sowie die Löschzüge Achdorf, Hofberg, Siedlung und Hauptfeuerwache der Stadt Landshut. Des weiteren wurde Vollalarm für die Kreisbrandinspektion Süd, die Kreiseinsatzzentrale und weitere Führungskräfte aus Stadt und Landkreis ausgelöst. Auch das Technische Hilfswerk, Rettungsdienst und Polizei fanden sich an der Einsatzstelle ein. 

Zunächst wurde der Gefahrenbereich weiträumig abgesperrt und eine erste Erkundung vorgenommen. Da der genaue Gefahrstoff nicht näher bekannt war, mussten die Einsatzkräfte unter Chemikalienschutzanzügen an den Einsatzort vorrücken. Dazu wurden zahlreiche Atemschutzgeräteträger mit chemikalienbeständigen Anzügen ausgerüstet und nahmen erste Messungen vor. Wie die Einsatzkräfte berichteten befand sich der Gefahrstoff in sogenannten Kinderschwimmbecken, welche in der Halle aufgestellt waren, aus welchen der Stoff austreten konnte. Da dies bereits über einen längeren Zeit geschah war vor der Halle der bereits eingetrocknete Gefahrstoff zu sehen. Wieviel des Gefahrstoffes in die Kanalisation eindrang muss nun polizeilich ermittelt werden. 

Am Einsatzleitwagen der Feuerwehr Tiefenbach wurden die Lagebesprechungen abgehalten und über das weitere Vorgehen beraten. Von der Feuerwehr Ahrain wurde sowohl das Messfahrzeug als auch der Atemschutzgerätewagen an die Einsatzstelle entsandt. Aus einem nahen Industriebetrieb wurde ein Chemiker an die Einsatzstelle gebracht, der die Einsatzkräfte unterstützte. Messungen des Gefahrstoffs ergaben, dass es sich um zehnprozentige Phosphorsäure handelte, welche jedoch bereits auf 6% verdünnt war. Während des Einsatzes bestand für die Bevölkerung keinerlei Gefahr. 

Das Bayerische Rote Kreuz war mit einem Rettungswagen, Notarzt und Einsatzleiter vor Ort. Die Dekontaminationsgruppe des Roten Kreuzes für Verletzte musste nicht mehr eingreifen. 

Die Ermittlungen zu dem genauen Schadenshergang hat die Kriminalpolizei Landshut zusammen mit dem Gewerbeaufsichtsamt und Wasserwirtschaftsamt übernommen. Nach rund zweieinhalb Stunden war der schweißtreibende Großeinsatz für die Hilfskräfte beendet und die Reinigung der Gerätschaften konnte beginnen. 

Bericht und Fotos Dominik Götz

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