Feuerwehren üben den Umgang mit Gefahrgut

Zweikirchen Gefahrgutübung
Zweikirchen. Zusammen mit Kreisbrandmeister Florian Baumann sowie Dominik Zehatschek und Alexander Zerrmann (Feuerwehr Stadt Landshut) plante die Feuerwehr Zweikirchen eine Gefahrgutübung in Zweikirchen. Hierzu wurden die Feuerwehren aus Zweikirchen, Tiefenbach und der Löschzug Achdorf der Stadt Landshut, vor kurzem zu einem angenommenen Gefahrstoffaustritt auf das Betriebsgelände der BayWa AG in Zweikirchen alarmiert.

Als erst eintreffende Wehr galt es für den Gruppenführer der FF Zweikirchen eine Lageerkundung vor Ort durchzuführen. Hier wurden ihm durch das Betriebspersonal der BayWa AG ein unklarer Geruch im Gebäude sowie ein vermisster Kollege gemeldet.
Es wurde ein fiktiver Gefahrenbereich unter Berücksichtigung der Windrichtung festgelegt und die Kameraden der FF Zweikirchen begannen mit dem Aufbau einer Notfall-Dekontaminationsstation.
Die nächste eintreffende Wehr aus Tiefenbach wurde mit der Personenrettung und weiteren Erkundung im Inneren des Gebäudes beauftragt.
Da nach wie vor unklar war, welcher Stoff ausgetreten ist, rüsteten sich die Kameraden/-innen mit Atemschutz und Spritzschutzanzug aus und gingen so ins Innere des Gebäudes vor.
In einem Lagerraum mit mehreren umgestürzten und leck geschlagenen Behältern fanden sie den, als vermisst gemeldeten, Mitarbeiter und retteten diesen.
Da die Möglichkeit bestand, dass sich noch weitere Personen im Gebäude befinden, suchte der Trupp nochmals das Innere des Gebäudes ab und fand eine weitere bewusstlose Person.
Diese Person war durch das ausgetretene Gefahrgut kontaminiert. Um die Kontamination weiterer Personen und Einsatzkräfte zu vermeiden, übernahm der Angriffstrupp nach der Rettung auch die Erstversorgung, bis durch die Notdekontamination eine weitere Verschleppung des Gefahrstoffes ausgeschlossen werden konnte.
In der Zwischenzeit waren auch die Kameraden des Löschzugs Achdorf der Stadt Landshut eingetroffen und wurden vom Einsatzleiter über die aktuelle Lage und die bisher getroffenen Maßnahmen informiert.
Ein Trupp der Feuerwehr Landshut rüstete sich daraufhin mit Chemikalienschutzanzügen aus, um eine weitere Erkundung im Inneren des Gebäudes durchzuführen und die auslaufenden Stoffe anhand der Gefahrstoffnummer zu identifizieren.

Die aufgefundenen UN-Nummern wurden mittels Sprechfunk zum Fahrzeug gemeldet. Dort wurden die Nummern mit der mitgeführten Gefahrstoffdatenbank abgeglichen und schließlich die darin empfohlenen Maßnahmen zur Eindämmung und Beseitigung der ausgetretenen Stoffe an den Trupp zurückgemeldet. Mit Unterstützung eines zweiten Trupps konnten so schließlich alle Leckagen abgedichtet und ein weiteres Austreten der Flüssigkeiten gestoppt werden. Die bereits ausgetretene Menge wurde mit speziellem Bindemittel aufgenommen. Die betroffenen Fässer wurden anschließend noch in größere transportsichere Gefäße gepackt.

Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Kameraden/-innen im Inneren des Gebäudes mit Gefahrstoff in Berührung gekommen sind, wurden diese bei Übungsende durch die errichtete Notfall-Dekontaminationsstation unter Anleitung der Kameraden aus Landshut gereinigt. In der anschließenden Nachbesprechung wurde die Übung positiv bewertet. Es konnte unter realistischen Bedingungen ein Gefahrstoffunfall und das Zusammenspiel der einzelnen Wehren intensiv geübt werden.

Ein besonderer Dank gilt hierbei der BayWa AG, welche es den Feuerwehren ermöglichte, auf ihrem Betriebsgelände diese Übung abzuhalten.

Bericht: FF Zweikirchen, Fotos FF Zweikirchen und FF Tiefenbach

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